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Allgemeines zu Hundefrisbee
Hundefrisbee, in Deutschland Disc-Dogging genannt, existiert in den USA
schon rund 25 Jahre. Nach Deutschland kam der Sport allerdings erst 1997
durch Jochen Schleichers ersten Hund Butch, der entdeckte, dass Scheibenklauen
einen heiden Spass bringt. Er erkundigte sich im Internet über diesen Sport
und flog in die USA. Seitdem ist er der Initiator für eine große Disc-Dog-Gemeinschaft
in Deutschland.
Disziplinen
Minidistance
Bei Minidistance ist das Ziel, innerhalb von 60 Sekunden so viele Punkte wie
möglich zu erreichen. Die Scheibe wird von einer Startlinie aus geworfen, wobei
der Hund die Scheibe in der Luft fangen und zur Startlinie zurückbringen muss.
Je weiter weg gefangen wurde, desto höher die Anzahl der Punkte.
Freestyle
Beim Freestyle muss das Team eine Performance von 90 Sekunden zeigen, wobei hier
die Choreographie, die "Catchrate" (Fangquote) und das Zusammenspiel zwischen Hund
und Mensch bewertet wird.
Scheibenqualität - Woran erkenne ich eine gute Scheibe?
Eine gute Scheibe hat tatsächlich richtige aerodynamische Flugeigenschaften.
Wer sich für's Wissenschaftliche interessiert, sollte den überaus interessanten
Bericht im "Spektrum der Wissenschaft" lesen. Wir beschreiben hier im Kurzen,
an welchen Merkmalen eine gute Scheibe zu erkennen ist.
Gewicht
Bei einer guten Scheibe ist auf jeden Fall der Außenrand schwerer als die Oberfläche.
Dadurch wird der übertragene Drehimpuls erhalten (Eigenrotation) und die Scheibe erhält
ihre Flugstabilität. Es gilt: je schwerer die Scheibe, desto flugstabiler und weniger
windanfällig ist sie.
Form
Der dickere Außenrand entspricht etwa der Form einer Flugzeugtragfläche. Der untere
Rand ist dabei leicht nach innen gezogen. Beim Flug der Scheibe wird die Luft am
Außenrand geteilt. Ähnlich wie der Flugzeugtragfläche werden hier ein Sog an der
Oberseite und ein Druck an der Unterseite erzeugt (kürzerer Weg der Luft). Diesen
Druck an der Unterseite könnte man auch als Luftpolster bezeichnen, auf dem die
Scheibe quasi gleitet.
Material
Gute Scheiben weisen eine gewisse Flexibilität auf, wenn man sie zusammendrückt.
Im Wettkampf ist das Vorschrift, um die Verletzungsgefahr zu verringern. Schlechte
Scheiben sind meist aus Polypropylen. Dieses Material ist in seinem Ursprung sehr
hart und wird in der Regel für "Hardware" verwendet wie z.B. Computergehäuse. Da
es sehr billig ist, werden damit viele Werbeartikel hergestellt. So kommt es zur
harten, leichten Billigscheibe.
Bessere Scheiben sind aus einem Polyurethan/ Polyethylengemisch. Beim Anfassen
der Scheibe kann man das bereits spüren. Da Polyethylen in seinem Ursprung sehr
weich ist, müssen Füllstoffe zugefügt werden, die das Material dann wieder etwas
härten. Hierin liegt natürlich ein größerer Aufwand, um das gewünschte Mischverhältnis
zu bekommen. Auch das ist ein Grund, warum gute Scheiben einen anderen Preis haben.
Wie spiele ich richtig mit dem Hund?
Der Welpe
Hunde sind sehr verspielt, neugierig und unternehmungslustig. Fördert während der
Welpen- und Junghundezeit den Spieltrieb des Hundes. Er darf, wenn er vom Menschen
gehalten wird, nicht jagen und hat auch nicht den ganzen Tag Hunde um sich, mit
denen er toben kann. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Ihr Euch Zeit nehmt, mit
ihm zu spielen. Plant bewusst mindestens zwei Spielzeiten am Tag ein - 10 Minuten
pro Mal reichen aus.
Reserviert für diese Spielzeit zwei bis drei besondere Gegenstände, die der Hund
außerhalb der Zeit nicht bekommt. Empfehlen möchte ich einen Gummiring, den man
rollen, schleudern und mit dem man zerren kann, einen Schleuderball ( Moosgummiball
mit kurzer Schleuderleine ) und eine Beißwurst zum Zerren und Verfolgen. Auch die
ersten weichen Frisbee Scheibe ist dafür geeignet.
Spielt zunächst nur mit einem der Gegenstände. Setzt Euch dazu auf den Boden, und
spielt dem Hund vor, dass das Spielzeug eine fliehende Beute ist. Lasst ihn dabei
über Eure Beine klettern, hinter Euren Rücken lauern, unter den Beinen herkrabbeln...
Er soll sich richtig Mühe geben, die Beute zu erwischen. Damit ihm das auf Dauer Spaß
macht, ist es wichtig, dass Ihr die Spielbeute so von ihm wegbewegt, das er eine
Chance hat, sie durch Tüchtigkeit zu erwischen.
Hat er das Spielzeug im Fang, nehmt es ihm auf keinen Fall wieder weg. Loben Sie
ihn vielmehr für seine Tüchtigkeit, aber greift nicht an seine Beute.
Möchte der Welpe nun zerren, legt er seine Beute in Eure Hände. Gehen Sie darauf
ein und spielen Sie ein schönes Beutestreiten mit ihm.
Vorbild für das Zerrspiel mit dem Hund ist das Spiel der Hunde untereinander.
Beobachtet Hunde beim Beutestreiten: Da wird geschüttelt (aber bitte nur horizontal
und nicht auf und ab), versucht einer dem anderen durch ruckartiges Ziehen die Beute
aus dem Fang zu reißen oder verstärkt einer seinen Festhaltegriff, indem der einen
vorteilhaften Punkt festhält oder versucht, die Bissfläche des Gegners durch
Nachfassen zu verkleinern.
Spielt genauso variabel mit Eurem Hund. Dabei ist es wichtig, dass der Mensch
sich dem Hund nicht als übermächtiger Gegner präsentiert. Wenn Euer Hund ruckt
und schüttelt, gebt immer etwas nach. Haltet die Ersatzbeute anfangs nur mit
zwei Fingern fest, so dass der Welpe eine reelle Chance hat, Euch die Beute zu
entreißen. Lasst ihn gewinnen, wenn er sich sehr engagiert gezeigt hat.
Rennt der Welpe mit seiner Beute weg, bleibt einfach ruhig sitzen. Die meisten
Welpen kommen schon nach kurzer Zeit wieder angetrabt, weil es spannender ist,
mit Euch zu spielen, als alleine. Bringt er seine Spielbeute mit, lobt ihn in
höchsten Tönen. Vielleicht möchte er jetzt zerren? Vielleicht möchte er sich
aber auch bei Euch ausruhen. Wenn Ihr ihm nun noch einen Kauknochen festhaltet
(vorher einstecken!), wird er sich auf Euren Schoß legen.
Läuft der Welpe aber mit der Beute davon, um sie in einem abgelegenen Winkel
zu zerkleinern, zieht eine zweite Spielbeute aus der Tasche und beginnt, ohne
den Hund zu beachten, damit zu spielen. Bald wird er kommen, um die zweite
Beute zu verfolgen. Nehmt bei Gelegenheit unauffällig die erste Beute auf
und packt sie weg.
Beutetausch, statt den Hund zu frustrieren!
Irgendwann ist aber das Spiel zu Ende und dann ist es besonders wichtig, wie
Ihr dem Hund die letzte Beute abnehmt. Ich empfehle, sie durch ein Leckerchen
zu tauschen und dem Welpen danach noch eines seiner "öffentlichen" Spielzeuge zu werfen.
"Bringen"
Bringt Euer Hund die Spielbeute nicht, lauft ihm nicht hinterher und streckt auch
nicht die Hand danach aus!
Geht einfach unbeteiligt tuend weiter und beachtet den Hund nicht. Gegebenenfalls
könnt Ihr auch von ihm weglaufen. Kommt er dann mit der Spielbeute hinterher,
wartet, bis er sie Euch wirklich, ohne dazu aufgefordert zu werden, in die Hand
legt. Tut er das nicht oder wirft er sie Euch vor die Füße, hebt sie nicht auf.
Der Hund lernt so, daß das Spiel nur weitergeht, wenn er das Spielzeug wirklich
zu Ihnen bringt.
Der Junghund
Man kann in jedem Hundealter mit dem Frisbeespielen beginnen. Im Junghundealter
kann der Hund lernen, Roller aus der Rollbewegung aufzunehmen und auch schon,
kurze, flache Würfe aus der Luft zu fangen. Um aus der Luft fangen zu lernen
ist es wichtig, zwei typische Fehler nicht zu machen:
- nicht die Scheibe auf den Hund zu werfen
- keine langen, weiten Würfe probieren, bei welchen der Hund immer 2 Sekunden
zu langsam ist
Besser ist erst mal folgendes: Übt den Heber! Erst wenn Ihr den beherrscht, geht's
an den Hund:
Wenn Ihr Rechtshänder seid, nehmt die Scheibe in die rechte Hand zum normalen
Rückhand Wurf. Den Hund setzt Ihr links von Euch hin, so das er einen kleinen
Anlauf hat.
Bewegt dann die Scheibe in der Hand nach rechts weiter und gebt dem Hund ein
Signal zum Auslösen. Der Hund soll hinter der zunächst immer noch in der Hand
gehaltenen Scheibe hergehen und sie sich "halb aus der Luft schnappen".
Hat das drei-vier Mal geklappt, löst aus wie vorher, aber dreht dem Hund die
Scheibe in der Luft vor. Nicht hoch! Wichtig ist erst mal nur der Spin der Scheibe.
Erst, wenn so das Fangen aus der Luft klappt, verlängert Ihr den Wurf allmählich.
Immer vom Hund weg, niemals auf ihn zu.
Übertreibt es nicht! Vergesst nicht, das man mit dem jungen Hund vor allem spazieren
geht und andere Hunde trifft, mit denen er spielen kann.
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